The Wolf and the Vampire - Archiv

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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 9:59 pm

Miranda

Ich musterte ihn mit zusammengekniffenen Augen. "Ich soll mich nicht so anstellen?!" rief ich erst überrascht aus, ehe ich ihn wieder schmollend und wütend ansah, ehe ich meine Arme verschränkte. "Du hast doch gesehen was passiert ist. Ich hätte mich noch etwas anstrengen und das Ding gleich mit zu Fall bringen sollen" fuhr ich fort, zeigte erst auf die Jacke, na ja zumindest was davon übrig war, als Beweis meiner Angst und dann auf seine Maschine. Und der Gedanke gefiel mir ziemlich gut. In meinem Kopf spielten sich schon Szenarien ab, wie ich rückwärts davon herunter gefallen war und das Ding gleich mit umgeworfen hatte. Wie irgendetwas verbeult war oder etwas einen Kratzer hatte. Und wie Blake natürlich der Hut wegfliegen würde. Bei diesen Gedanken musste ich schon wieder fast grinsen, beherrschte mich aber in Anbetracht der momentanen Situation. "Tja... man merkt wohl erst zu spät, dass man sich in die eigene Suppe gespuckt hat" kommentierte ich den Verlust seiner Jacke, welchen er aber doch ziemlich gelassen wegzustecken zu schien. Dann setzte er sich endlich in Bewegung, zwang mich ein Stück zurück, ging an mir vorbei und wagte sich weiter in den Wald hinein. "Ja ja, ich komm ja schon..." maulte ich, als er mich bitten ließ und folgte ihm, noch immer murrend und grummelnd.

Mein Bruder schien mein Kommen schon angekündigt zu haben, denn auf unserem Weg trafen wir immer mal wieder vereinzelt Wölfe, welche uns entgegenkamen und dann regelrecht zu einer Eskorte wurden. Soetwas hatte ich selbst noch nicht erlebt. Verwundert sah ich meine Genossen an, welche sich jedoch schlagartig zerstreuten als wir eine Lichtung erreichten, an der nichts besonderes schien. Erst als mir der Geruch meines Vaters in die Nase stieg und er sich schließlich auch zu erkennen gab, er schien ziemlich gut gelaunt und war allein, er lächelte sogar. Er breitete die Arme in meine Richtung aus und ich verstand die Geste sofort. Ich löste mich von Blakes Seite und lief auf ihn zu. "Dir geht es gut. Es ist schön dich wieder in Sicherheit zu wissen. Ich hab mir Sorgen gemacht, nachdem gestern nur Ashley und Carmen wieder nach Hause kamen. Wo warst du?" fragte mein Vater und man hörte den leicht tandelnden Ton auf Ende des Satzes hin heraus. Ich löste mich aus seiner Umarmung, wandte mich wieder an Blake und zeigte mit einem breiten Lächeln auf den Lamia. "Oh, ich war bei ihm. Ich dachte ich... nun nennen wir es 'ein bisschen ärgern'" antwortete ich ihm und mein Vater schien es zu verstehen, nahm es mit einem Lachen und einen Nicken hin. Als er dann den Lamia musterte, verschwand das Herzliche, das er mir eben noch zuteil lassen hatte, wirkte aber nicht unfreundlich. "Meine jüngste Tochter hat mir den gestrigen Abend geschildert - was du für sie getan hast. Unser Waffenstillstand währt noch nicht so lange. Umso überraschter war ich, jedoch bin ich dementsprechend auch dankbar. Du hast nicht nur meine beiden Töchter, sondern auch ein weiteres Mitglied meines Rudels, meiner Familie, gerettet. Ich danke dir" begann dann mein Vater. Ich stand neben ihm, mich überraschte diese... beinahe freundlich klingende Verkündung schon etwas. Er schien dem Braunhaarigen wirklch dankbar für gestern Abend zu sein. "Wie geht es Ashley und Carmen?" erkundigte ich mich in der nun entstandenen Pause?" ich sah meinen Vater schon beinahe mit besorgten Augen an. Ging es meiner Schwester und meiner Freundin gut? Blake hatte sie, wie auch mich, war notdürftig versorgt, doch die Wunde heilte damit sicher nicht vollends ab. Mein Vater schilderte mir kurz, dass es der Wölfin schon wieder besser ginge, die Wunden erneut verbunden wurden und sie nun schläft und viel Ruhe braucht.
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Drachi
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 9:59 pm

Blake:

Mirandas Missmut entlockte mir doch das ein oder andere belustigte Grinsen, als sie wieder etwas vor sich hin grummelte, oder mir einen bösen Blick zu warf. Noch eine Weile amüsierte ich mich über ihr Verhalten, bis mir der erste Wolfsgeruch in die Nase stieg und mir den Frohmut augenblicklich aus dem Gesicht wischte. Stattdessen spannte ich mich ein wenig mehr an, rümpfte leicht die Nase und ließ meinen Blick kurz über das um uns gelegene Dickicht schweifen. Dass mir das ganze noch immer nicht so recht gefallen wollte war mir wohl anzusehen, doch die Wölfe, die sich in immer größerer Zahl um uns scharrten hatten nicht die Güte gleich wieder zu verschwinden, nachdem sie einen Blick auf uns erhascht hatten. Nein, sie folgten uns den ganzen Weg entlang und mit jedem einzelnen wurde ich etwas misstrauischer, versuchte meine Angespanntheit aber zu verbergen. Sie wirkten zwar nicht so, als würden sie gleich angreifen, aber es würde wohl noch eine ganze Weile dauern, bis ich ihnen wirklich über den Weg trauen konnte.
Wir gingen noch ein ganzes Stück durch den Wald, ehe die Wölfe am Rande einer Lichtung kehrt machten und sich wieder im Wald verstreuten. Kurz sah ich ihnen etwas verwirrt hinterher, ehe sich der Grund ihres Verschwindens zu erkennen gab. Der Mann, den ich schon vor mehreren Tagen, oder waren es schon Wochen, auf dem Zusammenkommen getroffen hatte, stand vor uns und hatte seine Arme in die Richtung seiner Tochter ausgestreckt. Sie zögerte nicht, ehe sie auf ihn zu ging, ich dagegen blieb etwa zwei Meter vor ihm stehen. Miranda war ihm inzwischen in die Arme gefallen, doch anstatt das Spektakel zu begutachten spähte ich nochmals die Ränder der Lichtung ab, doch kein Wolf ließ sich mehr blicken. Erst als der Finger der Wölfin auf mich zeigte richtete sich meine ganze Aufmerksamkeit auf die beiden. Kurz spielte ein Lächeln um meine Mundwinkel. Das mit dem 'ärgern' hatte sie auch ganz schön gut hinbekommen. Nicht nur, dass meine ganze Wohnung nach ihr roch, nein, sie hatte auch gleich noch in meinem Bett übernachtet und mir somit wohl einige schlaflosen Nächte, abgesehen von der heutigen, beschert. Ihr Vater schien sich darüber genauso zu freuen, wie sie es ganz offensichtlich tat. Sie stammten definitiv aus einer Familie. Daraufhin galt seine Aufmerksamkeit mir und auch, wenn etwas kühles in seiner Stimme mitschwang, klang er weder unhöflich noch irgendwie verurteilend. Das Misstrauen währte wahrscheinlich einfach noch immer auf beiden Seiten. Seine Worte überraschten mich dafür umso mehr. Auch wenn das distanzierende noch immer nicht ganz verschwunden war schien er mir doch dankbar für den vergangenen Abend. Doch seine Worte riefen noch einen anderen Gedanken in mein Gedächtnis: Warum hatte ich das eigentlich getan? Es war nicht meine Pflicht gewesen sie bei mir aufzunehmen, ich hätte den Waffenstillstand nicht gefährdet und ich konnte die Wölfe noch immer nicht wirklich ausstehen. Es wäre also ein leichtes gewesen sie einfach auf der Straße liegen zu lassen, aber der Gedanke war mir noch nicht einmal in den Sinn gekommen, auch wenn genau das eigentlich in meiner Natur gelegen wäre. Ich nickte leicht auf seine Worte, wusste im Moment aber nicht wirklich was ich passenderweise erwidern sollte, weshalb ich einfach schwieg. Glücklicherweise brach die Wölfin das entstehende Schweigen schnell wieder und erregte seine Aufmerksamkeit. In der kurzen Zeit, in der sie über Carmen sprachen, hatte ich die Zeit meine Gedanken wieder zu sortieren und mich auf das zu konzentrieren, was hier geschah. Meinen Gedanken konnte ich auch an passenderen Momenten nachhängen. Leise sog ich die Luft etwas tiefer in meine Lungen und erhob den Blick wieder. "Wir hoffen, dass sie bald wieder auf den Beinen ist." Verkündete ich mich einem leichten Lächeln. Ich sprach absichtlich in Mehrzahl, um zu verdeutlichen, dass nicht nur mir, sondern allen Lamia etwas an dem Waffenstillstand lag und jeder von uns auf gute Zusammenarbeit hoffte, wobei es welche gab, die es mehr, oder auch weniger wollten, doch sie würden sich nicht gegen mich widersetzten - das hieß solange es mein Onkel nicht tat.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 9:59 pm

Miranda

Ich wechselte noch einige Worte mit meinem Vater, bevor Blake wieder unser beider Aufmerksamkeit auf sich zog. Seine Worte trafen bei mir auf ein leichtes Lächeln, während mein Vater ihnen, erneut, mit einem Nicken Antwort stand. "Das hoffen wir auch. Jedoch kam sie recht gut versorgt zu uns. Alles was sie momentan braucht ist viel Schlaf, dann kommt die Genesung wie von alleine" antwortete ihm mein Vater darauf. Für ihn war das Gespräch damit zu Ende. Er nickte Blake nocheinmal zu, wandte sich ab und sah mich wartend über die Schulter an. Ich jedoch schüttelte nur kurz den Kopf. Mir war die Nervosität des Braunhaarigen nicht entgangen, als sich immer mehr unserer Rudelmitglieder nur Minuten zuvor um uns geschaart hatten. "Ich begleite ihn noch zurück. Er... scheint uns noch immer nicht so über den Weg zu trauen." wisperte ich meinem Vater noch zu, ehe dieser wieder leicht schelmisch grinste, an Miranda vorbei kurz zu Blake schielte und dann aus seinen Klamotten fuhr, zu dem großen, schwarzen Wolf wurde der er in seiner anderen Gestalt war. Als er jedoch seinen Kopf leicht in seinen Nacken legte und ein langgezogenes Heulen verlauten ließ, musterte ich ihn erst verwirrt, ehe ich nur Sekunden später begriff, was Sinn und Zweck seines Heulens war. "Komm schon... Ich glaube nicht, dass sie so dumm sind und sich hierher wagen. Ich bin doch kein Baby mehr..." kommentierte ich nur sein Tun, er jedoch legte leicht die Ohren an und sein Knurren ließ keinen Protest zu. Die Wölfe die uns vorhin flankiert hatten, sammelten sich hinter ihm wieder und nur vier von ihnen, zwei waren graufarben, der dritte hatte ein Fell, das aussah wie Schlamm und die vierte war fuchsfarben, lösten sich und flankierten mich nun. "Na ganz toll..." murmelte ich nur und sah die vier vor mir vorwurfsvoll an. Diese erwiderten jedoch nur meinen Blick, was mir klar machte, dass sie mir nicht mehr von der Seite weichen würden, bevor wir zurückkehren würden. Ich seufzte und wandte mich dann zu Blake um. "Da wir dir wohl noch immer nicht ganz geheuer sind, Mr.-ich-bringe-die-mit-der-Motorradphobie-auf die Palme" zugegeben der Spitzname war nicht der Einfallsreichste, aber das Erstbeste das ich mir aus dem Ärmel schütteln konnte "bringe ich dich zurück zum Waldrand." fuhr ich fort. Dass die vier Wölfe uns begleiten würden, erwähnte ich nicht extra, da es offensichtlich war, dass mein Vater sich Sorgen machte und weil er sonst noch länger darauf herumreiten würde. Also setzte ich mich wieder an seine Seite, wobei die vier uns in nur kurzer Entfernun folgten und ging dann in die Richtung, aus der wir gekommen waren.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 9:59 pm

Blake:

Auch ich nickte dem Alphawolf zum Abschied nochmals zu, dann wandte sich dieser ab und sah zu seiner Tochter, die auf eine unausgesprochene Frage hin den Kopf schüttelte und etwas zu ihrem Vater sagte. Sein Blick lag abermals für einen Moment auf mir, ehe statt einem Mann ein schwarzer Wolf vor mir stand und ein langgezogenes Heulen von sich gab. Überrascht zog ich eine Augenbraue nach oben und sah mich um. Es war mir nicht klar, was Sinn und Zweck des Heulens gewesen war, bis sich ein Rudel Wölfe um die beiden scharte. Ich ließ meinen Blick über die kleine Gruppe gleiten und ahnte bereits, was genau der Wolf vor hatte. Unzufrieden schnaubte ich, jedoch leise genug, dass auch die Sinne der Werwölfe nicht gut genug war, um es wirklich wahr zu nehmen. Eine Gruppe Wölfe hatte mich hier her eskortiert, da war es eigentlich schon beinahe logisch, dass sie mich auch wieder hier raus brachten. Ich hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah Miranda zu, wie sie sich offenbar ebenfalls gegen den Entschluss ihres Vaters zu wehren versuchte - jedoch erfolglos, weshalb ihr Blick letztendlich etwas resigniert auf mir lag, bevor sie leise seufzte. Auf ihre Wortkreation musterte ich sie nur ziemlich kritisch und schüttelte lächelnd den Kopf. Wirklich? Sie ritt noch immer darauf rum? Dabei war das noch harmlos gewesen, sollte sie lieber froh sein, dass ich sowas nicht auf der Straße getan hatte. Ich fand sie nur kurze Zeit später neben mir, als wir uns auf den Weg in Richtung Waldrand machten. Natürlich folgten uns die Wölfe, wie ich es eigentlich auch schon gewusst hatte, jedoch wenigstens mit einer kurzen Entfernung. "Du trägst mir das also immer noch nach, ja?" Ich hatte den Blick zur Wölfin gewandt und musterte sie amüsiert. "Ich hatte gar nicht gewusst, dass Werwölfe derart... nachtragend und empfindlich sind. Liegt das in eurer Natur?" Natürlich konnte ich die Vorwürfe nicht unkommentiert auf mir sitzen lassen.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 9:59 pm

Miranda

Die Eskorte von vier Wölfen folgte uns tatsächlich auf Schritt und Tritt, während wir uns Blakes Maschine näherten. Ich seufzte nur resigniert. Manchmal war mein Vater wirklich eine Übermutter. Doch nach dem Vorfall von gestern verstand ich ihn ein Stück weit und nahm es ihm nicht zu sehr übel. Da kam mir die Ablekung des noch immer amüsierten Blakes ganz recht. "Hmmmm, also eigentlich sind wir nicht sehr nachtragend. Ich bin aber so, zumindest in dieser Angelegenheit. Und ja, das werde ich dir wahrscheinlich nun ein Leben lang nachtragen. Ich würde sagen das zählt in die Kategorie 'Du wirst noch bereuen, dass du das getan hast'" antwortete ich ihm schelmisch grinsend. Und ich war mir sicher, spätestens nach dem fünften Mal würde er seine Aktion tatsächlich bereuen. "Und ich bin nicht empfindlich, ich weiß nur wie ich mein Gegenüber, also in dem Fall dich, auf die Palme bringe." fügte ich noch hinzu, ehe wir bei seinem Motorrad angekommen waren. Ich ging rückwärts wieder einen Schritt zurück, in Richtung der Wölfe die uns begleiteten, und lächelte dann sogar etwas. "Na dann. Fahr mal wieder schön mit deinem Tod auf Rädern nach Hause. Aber schön vorsichtig, ja?" verabschiedete ich mich, grinste etwas breiter und zwinkerte ihm zu, ehe der zierlichen Frauengestalt erneut der beige-sandfarbene Wolf wich. Ich wandte mich um und jagte, regelrecht kindisch und jaulend, mit den anderen vier zurück in die dunklen Gefilde des Waldes. Es dauerte nur wenige Sekunden da waren wir verschwunden, für die Augen der Welt, und auch für Blakes, unsichtbar. Ich wusste nicht wieso, aber für den Moment genoss ich es mit meinen Rudelmitgliedern zu toben und so hörte man wahrscheinlich bis zum Haus unser spielerisches Knurren und Heulen.

"Ach komm schon bitte Dad..." ich stand am Schreibtisch meines Vaters, hatte beide Arme darauf gestützt und sah den Alphawolf mit flehendlichen Augen an. "Wir kommen doch auch gleich wieder zurück und sind vorsichtig und..." "Ich habe nein gesagt. Du, Carmen und Ashley wärt gestern beinahe auseinander genommen und verschleppt worden. Reicht dir das nicht? Wir können es uns momentan nicht leisten so unvorsichtig zu sein. Gerade du müsstest das wissen" schlug er mein Bitten mit tandelnder Stimme ab. "Aber Niccy, Sophie und ich wollen doch nur etwas feiern. Heute Abend steigt in diesem Club in der Innenstadt ein Party. Und wenn wir Rocko und Mason mitnehmen? Die sind kräftig genug um aufzupassen. Und ein wenig Stimmung schadet den zweien sicher auch nicht..." versuchte ich weiter Überzeugungsarbeit zu leisten. Und ich hatte seine Standfestigkeit wohl ins Wanken gebracht, denn ich konnte deutlich sehen, wie sich der nachdenkliche Ausdruck auf sein Gesicht schlich. "Ihr würdet die drei mitnehmen, sie wären den ganzen Abend bei euch und ihr kommt direkt danach nach Hause?" fragte er und sah mich ernst an. Ich nickte, bevor er es sich anders überlegte. Er machte eine winkende Bewegung und seufzte dann. "Na gut. Ich lasse euch gehen, aber nur unter der Voraussetzung, dass ihr extrem vorsichtig seid, nie allein irgendwohin geht und die zwei weichen nicht von eurer Seite" gab er dann schließlich nach. Er konnte mir eben doch nichts abschlagen, stellte ich erneut fest. Ich beugte mich ganz zu ihm, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und war dann so schnell wie ein Wirbelsturm aus dem Zimmer verschwunden. Ich musste nur den Gang runter und in der Küche traf ich schon auf besagte Freundinnen. Kurz sahen sie mich ratlos an, ehe mein Grinsen ihnen den positiven Ausgang des Gespräches verkündete. "Wir dürfen gehen?" fragte Niccy und ihre braunen Augen funkelten. "Ja. Aber nur unter der Voraussetzung, dass wir Rocko und Mason mitnehmen. Ihr wisst schon... als Bodyguards sozusagen. Ansonsten können wir uns die Stadt von hier aus ansehen." ergänzte ich sie. Kurz tauschten Niccy und Sophie Blicke, ehe sie ihre Taschen aufnahmen und mit den Schultern zuckten. "Na ja, also tragisch kann man das jetzt nicht nennen" antwortete dann Sophie. Mason und Rocko waren schnell überredet, ebenso schnell fertig. Wir stiegen in Rockos schwarzen Mercedes und traten die Fahrt in die Innenstadt an. Als wir nach 20 Minuten ankamen, war schon reger Betrieb, die Musik dröhnte von innen nach draußen und auch der Geruch von Alkohol und Mischgetränken war, zumindest von uns, wahrnehmbar. "Na dann mal los" rief meine schwarzhaarige Freundin und zerrte Sophie, Mason, Rocko und mich ins Innere und somit ins Getümmel. Der Alkohol floss und schon hatte jeder von den vieren mehr als gute Laune. Ich selbst nippte nur in regelmäßigen Abständen an meinem Getränk, welches eine unnatürlich aussehende Farbe hatte. Wie es aussah, mussten wir wohl ein Taxi nach Hause nehmen...
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:00 pm

Blake:

Es waren bereits ein paar Stunden vergangen, seitdem ich den Wald der Wölfe verlassen hatte und trotzdem konnte ich Mirandas Geruch noch immer wahr nehmen. Er schien förmlich an mir zu kleben, ebenso wie an allem in meiner Wohnung. Das war wohl die Rache dafür, wenn ein Lamia einem Werwolf half und sich nebenbei vollkommen seiner Natur widersetzte. Ein Gedanke, der mich zum weiß Gott wie vielten Mal heute zum schnauben brachte und mir skeptische Blicke von der Seite einbrachte. "Was ist los mit dir Blake? Du wirkst heute so unkonzentriert?" Die Stimme des schwarzhaarigen Lamia - Riley - an meiner Seite ließ mich aufsehen. Leicht schüttelte ich den Kopf. "Nichts, lass uns das einfach nur schnell hinter uns bringen." Ich merkte, wie ich etwas missmutig das Gesicht verzog. Konnten sie das nicht riechen? Der Geruch, der an mir haftete und mich daran hinderte mich wirklich auf das wesentliche zu konzentrieren? Der Mond war inzwischen aufgegangen und ich spürte, wie er uns die Kraft zurück gab, die uns am Tag fehlte. Neben mir sog der zweite Lamia - Alex - scharf die Luft ein. Wie auf ein stummes Kommando blieben wir stehen und sowohl Riley, wie auch ich, sahen dabei zu, wie sich auf Alex Lippen ein hinterhältiges Lächeln bildete. "Dann lasst uns mal schauen, ob wir den Jäger zum Gejagten machen können." Verkündigte ich und sie nickten. Dann löste sich der braunhaarige, etwas stämmigere Lamia von uns und lief in tiefer in die Gasse hinein. Wir folgten ihm etwas langsamer. Angespannt ließ ich meinen Blick über die Mauerfassaden schweifen. Wie immer waren die Fensterläden fest verschlossen. Ob hier überhaupt einer wohnte? Oder scherte es die Leute so wenig, was hier in der Nachbarschaft geschah? Beides war verständlich, immerhin war die Gegend nicht gerade für ihren guten Ruf bekannt. Ein Keuchen ertönte einige Meter von uns entfernt, während sich Alex an seinem Opfer labte. Es dauerte nicht lange, ehe der junge Mann bewusstlos auf die Knie sank und der Lamia ihn im Schatten der Häuser zurück ließ. Ob wir es wohl schafften mit einer solch 'leichtsinnigen' Jagd die anzulocken, die für das Verschwinden von einigen von uns verantwortlich waren?
Es verging einige Zeit. Bereits einige Viertel, die für die einfache Jagd bekannt waren, hatten wir abgeklappert und nichts war passiert, außer, dass Alex seinen Durst an drei Leuten stillen durfte. Allmählich verlor ich die Geduld und erschöpft rieb ich meine Schläfe. Auch der braunhaarige Lamia neben mir schien allmählich die Geduld auszugehen, was sich in seiner Achtsamkeit reflektierte. Irgendwo ein paar Blocks weiter konnte ich leise die Bässe einer dieser Clubs wummern hören, während sich, dieses mal Riley, über ein Opfer her machte. Den Glauben an einen erfolgreichen Fang hatte ich inzwischen beinahe ganz verloren. "Riechst du das?" Skeptisch sah ich den Lamia an, dessen Blick durch die Gasse streifte und abermals die Luft einsog. "Was? Den Menschengeruch? Der hängt doch inzwischen an uns allen." Erwiderte ich gelassen und sah, wie Riley sein Opfer zu Boden gleiten ließ. Dann passierte das, mit dem ich überhaupt nicht mehr gerechnet hatte. Eine Gestalt löste sich aus dem monotonen Grau, zog eine Waffe aus dem Holster, während ich noch damit beschäftigt war zu realisieren, was geschah und drückte ab. Der lange Schalldämpfer vorn am Lauf ließ nur einen leisen, dumpfen Laut zu uns vor dringen, ehe ich mich endlich wieder gefangen hatte. Der Typ schien mich und Alex nicht bemerkt zu haben, viel zu sehr war er auf sein Ziel fixiert. Mit schnellen, jedoch stillen Schritten ging ich auf ihn zu. Er bemerkte mich erst, als es zu spät für ihn war, ich ihn am Hals gepackt hatte und ihn gegen eine Steinmauer presste. Klirrend kam die Pistole auf dem Boden auf. Ich fletschte die Zähne, wobei meine unnatürlich langen Eckzähne nicht zu übersehen waren. "Widerwertige Kreatur." Quetschte der Typ unter meinem Griff vor und sah mich hasserfüllt an. Er bewegte sich leicht, doch ich wollte es ihm noch nicht gönnen das Spielchen zu beenden. Ich drückte ein wenig fester zu und einen Bruchteil einer Sekunde später merkte ich, wie der Typ den Arm erhob und etwas spitzes die dünne Haut an meinem Hals durchdrang. Dieses Mal ließ ich meine Instinkte die Oberhand und grub meine Fänge in seine Schlagader. Ich hörte nicht auf zu trinken, selbst als der Mann bereits in meinen Armen zusammen sackte. Am liebsten hätte ich ihn getötet, doch ich stoppte davor, löste mich von ihm. Es war nichts mehr von der Wunde zu sehen, die ich ihm gerissen hatte und Alex war bereits zur Stelle und nahm ihn mir ab. Erst dann tastete ich meinen Hals nach dem dünnen Schmerz ab und zog die durchsichtige Kanüle aus meiner Haut. Skeptisch betrachtete ich sie, ehe ich sie knurrend von mir warf. Was hatte der Typ mir da verabreicht. Riley hatte nur einen Streifschuss abbekommen und war bereits wieder auf den Beinen, Alex hatte den Typ über seine Schulter geworfen. Unter dem schwarzen Mantel lugte die Spitze eines Dolches hervor. "Lasst uns gehen, wir haben schließlich endlich alles was wir brauchen." Die etwas unsicheren Blicke der Anderen ignorierte ich und ging vor. Natürlich dauerte es nicht lange, bis sie mir schließlich doch folgten. Unbewusst rieb ich mir nochmal über die malträtierte Stellte. Bis jetzt konnte ich nichts spüren...
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:00 pm

Miranda

Mittlerweile wunderte es mich, dass Mason und Niccy noch stehen konnten. Nicht, dass sie... doch, eigentlich schon. Sie feierten eigentlich immer ziemlich hart, ein 'Geh es doch langsam an' schien bei ihnen beim einen Ohr rein und beim Anderen wieder raus zu gehen, als bräuchten sie zum Spaß haben und feiern umgebdingt den Rausch. Jedoch waren wir es mittlerweile leid es ihnen ausreden zu wollen, also ließen wir sie einfach, schleppten sie immer ins Auto und freuten uns dann schon fast, wenn sie am nächsten Tag einen Kater hatten, der sich gewaschen hatte. Ein 'Wir habens euch ja gesagt' konnten wir uns bis jetzt noch nie verkneifen und es würde wohl auch nicht langweilig werden, eher 'schöner'. Auch ich hatte mittlerweile zwei oder drei Gläser getrunken und war angeheitert, hatte aber weder Probleme mit der Sprache oder der Kontrolle über meinen Körper. Tanzen konnte ich noch, also fiel das Stehen auch nicht schwer. Aber langsam wurde mir etwas schwummrig, der Bass schien lauter als zu dröhnen, als er es vorhin getan hatte und die Luft wurde im Inneren des Clubs auch etwas stickig. Ich winkte Rocko zu mir, beugte mich zu seinem Ohr und rief ihm, so gut es ging, ein 'Ich geh mal schnell frische Luft schnappen' zu. Er nickte, machte aber Anstalten mir zu folgen. Ach ja... die Abmachung mit unserem Vater. Ich seufzte innerlich, denn ich glaubte nicht, dass mich direkt vor einem überfüllten Club jemand angreifen und verschleppen würde. 'Ja, das dachtest du auch gestern mitten in der Stadt' konterte meine innere, vernünftige Stimme ermahnend. Also wühlten wir uns durch die Menge, hier und da fingen wir uns einen Ellenbogen, eine wütende Grimasse oder ein 'Hey, was soll das?!' ein, aber bei dieser Anzahl von Leuten kam man um soetwas wohl nicht drumherum. Schließlich erreichten wir die Tür, welche ich mit Schwung aufzog und die frische, kühle Nachtluft mit Freuden einsog. "Ahhhh. Das tut gut..." sprach ich eher mit mir selbst, doch Rocko gab nur ein grunzendes Geräusch von sich, welches ich als zumstimmend wertete, und stellte sich an meine Seite. Und obwohl wir Werwölfe wirklich nicht empfindlich waren oder schnell froren, bildete sich eine leichte Gänsehaut an Armen und Beinen, wobei mein Kleid dabei sicher nicht hilfreich war. Es war in einem hellen Blau, es reichte schon fast an Babyblau, glich aber eher einer Variante mit etwas Grau, und endete knapp oberhalb der Knie. Rocko schien auch das Zittern registriert zu haben, welches eingesetzt hatte, denn er zog mich leicht in seine Arme und sofort spührte ich die Wärme die von ihm ausging. Der Mensch in mir setzte sich hier und da wohl doch durch. "Danke..." murmelte ich und lächelte ihn kurz an, ehe ich das rege, nächtliche Treiben beobachtete. Rocko war für mich nur ein Freund, das hatten wir schon vor einiger Zeit, vor der er es tatsächlich ernst gemeint hatte geklärt. Er nahm es hin. Sicher es war kein schönes Gefühl einen Korb zu bekommen, umso froher war ich, als er eine rein freundschaftliche Beziehung akzeptierte. Doch ein mir sehr bekannter Geruch wehte mir in die Nase. Es war nur eine klitzekleine Brise, und doch wusste ich sofort, dass es sich um einen Lamia handeln musste. Ob es nun Blake war oder nicht, konnte nicht riechen, aber solange er sich, sollte es sich nicht um den Braunhaarigen handeln, im Hintergrund hielt und uns unseren Abend nicht versaute, war mir das auch recht egal.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:00 pm

Blake:

Wir bogen um zwei Ecken, als die Hauptstraße, wie auch die beiden Autos, mit denen wir hier waren, in Sicht kamen. Sie würden den Typen zu meinem Onkel bringen. Dieser wiederum würde ihn ausfragen lassen und das vermutlich nicht mit den angenehmsten Mitteln, so wie ich ihn kannte. Solange wir aber an das kommen würden, was wir brauchten waren mir auch seine Methoden recht. Noch immer hing der Typ bewusstlos über Alex' Schulter und gab keinen Laut von sich. Er würde wohl auch noch eine Weile brauchen, bis er wieder zu sich kommen würde, weshalb wir auf Fesseln oder ähnliches verzichteten. Ich ließ mein Blick über die Gegend schweifen. Es war niemand hier und das obwohl ich vermutet hatte, dass diese Typen nicht alleine unterwegs waren. Vielleicht hatte ich mich getäuscht? Ein Brennen meldete sich in meiner Kehle und das obwohl ich gerade von dem Mann getrunken hatte. War das eine Wirkung von der Injektion? Wir blieben vor dem dunklen Mercedes stehen, mit dem Riley und Alex hier waren. "Bringt ihn zurück." Sie nickten nur knapp, ehe sie einstiegen. Den Typen hatten sie schlicht auf die Rücksitzbank gelegt. Kurz darauf erwachte auch bereits der Motor zum Leben und sie fuhren davon. Anstatt ebenfalls in meinen Wagen einzusteigen, der direkt vor mir stand ging ich an diesem vorbei und blickte die Hauptstraße auf und ab. Ein paar Leute waren wohl gerade auf dem Weg zu ihren Autos, kein Wunder, inzwischen war es wahrscheinlich bereits früher morgen und der Tag würde wohl bald anbrechen. Allerdings bot sich keiner als leichte Beute an, wie ich etwas frustriert feststellte und ein leises Knurren meine Kehle verließ. Ich wusste nicht warum, doch der Durst wurde mit jeder Minute stärker, was mich dazu antrieb nochmal auf die Jagd zu gehen. Ich folgte der lauten Musik einer der Clubs. Dort in der Nähe durfte es nicht allzu schwer sein irgendeinen einsamen Betrunkenen zu finden, der das Unglück hatte meine Fänge spüren zu dürfen. Ich sog die Kühle Nachtluft ein, was ich jedoch wahr nahm verunsicherte mich ein wenig. Zwar konnte ich Fährten riechen, jedoch konnte ich sie weder zuordnen, noch sagen wie viele es waren. Es war beinahe so, als würden sie komplett miteinander verschwimmen und das obwohl wir eigentlich was den Geruchssinn anbelangte mit den Wölfen mithalten konnten. Doch auch diese Tatsache brachte mich nicht dazu umzudrehen. Sie hatten hier wohl kaum eine Chance mich zu erwischen, selbst wenn sich mein Zustand verschlechtern sollte, immerhin waren hier überall Menschen, vor deren Augen sie es wohl kaum wagen würden einen Überfall zu starten.
Ich musste nicht sehr lange suchen, bis mir auch schon der erste schwankende Betrunkene entgegen kam. Er war alleine unterwegs, vermutlich waren die, mit denen er unterwegs gewesen war, in einem vergleichbaren Zustand, weshalb sich ihre Wege wohl aus Versehen getrennt hatten. Mir war das nur recht, diese leichte Beute schlug ich nicht aus, auch wenn sein Blut leider den bitteren Nachgeschmack von Alkohol haben würde. Es dauerte nicht lange, ehe er sich in einer Seitenstraße wieder fand und sein Versuch mich von sich zu drücken schließlich aufgab. Wie erwartet schmeckte sein Blut fad und bitter und auch die Hoffnung, dass es meine Gier lindern würde, bewahrheitete sich nicht. Stattdessen merkte ich, wie ich immer mehr wollte, der Durst wuchs und meine Instinkte meinen Verstand in den Hintergrund zu drängen versuchte. Ich wäre nicht mehr sehr lange gegangen, bis der Unglückliche Zufall des Mannes mir über den Weg gelaufen zu sein, ihm das Leben gekostet hätte, doch als der Wind ein viel süßeren und verlockenderen Geruch zu mir trug, sah ich auf. Ich war einen Moment wie erstarrt, ehe ich in einer gewohnten Bewegung über die Wunde leckte, bevor ich ihn auf den Asphalt sinken ließ. Ich merkte wie ich begann zu zittern und meine Atemzüge schneller waren, beinahe so, als hätte ich seit mehreren Tagen nicht mehr getrunken, dabei hatte ich in den letzten beiden Tagen genug getrunken um etwas mehr als eine Woche ohne Probleme zu überstehen. Trotzdem lockte mich meine Gier zurück auf die Hauptstraße. Ich folgte dem Geruch ein Stück, bis ich einige Meter vor dem Eingang des Clubs stehen blieb. Mein Blick lag geschockt auf der Wölfin, während ich mich mehrere Sekunden lang nicht bewegte. Selbst der Geruch des Wolfes, der sie umarmte, konnte ihren Geruch nicht verdecken. Sie hatte mich noch nicht bemerkt, eigentlich wäre es jetzt ein leichtes sie zu packen... Ich schüttelte den Kopf. Nein, ich würde mich nicht hingeben. Mit diesem Gedanken wandte ich mich entschlossen wieder um, wobei ich wohl etwas zu hektisch war, denn für einen Moment schien sich die Welt in ein Karussell verwandelt zu haben. Doch anstatt meinem Körper die Zeit zu geben sich davon zu erholen tastete ich mich schlicht an der Hauswand neben mir zurück, bis mein Blick wieder klar wurde. Noch immer konnte ich sie riechen. Verdammt! Ich hätte nicht hier her kommen sollen! Alles in mir wollte sich wieder umdrehen, doch ich wusste, dass es nichts bringen würde. Warum sollte noch mehr Blut die Gier jetzt plötzlich stillen? Am Ende würde es sie genauso anfachen, wie das des Mannes zuvor und dass ich dann kein Massaker anstellte, dafür konnte ich nicht garantieren.
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Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:00 pm

Miranda

Langsam spürte ich, wie Rockos Wärme endlich zu mir durchdrang und begann meinen Körper zu wärmen, womit die Gänsehaut verschwand. Ich seufzte kurz, im Moment ging es mir einfach nur gut. Aber langsam war es auch genug frische Luft. Ich wandte mich schon an Rocko um ihn zu fragen ob wir wieder ins Innere des Clubs gehen könnten, da nahm ich eine Bewegung im Schatten des Clubs im Augenwinkel wahr - eine ziemlich schnelle Bewegung. Mit stutzigem Blick und in Falten gelegter Stirn richtete ich mein Augenmerk auf besagte Stelle und sah nur noch, wie ein schwankender Schatten in der Gasse verschwand. Jetzt erkannte ich den Geruch auch beinahe. Ich zog kurz an Rockos Arm, welchen er um mich gelegt hatte, und zeigte in die Richtung in die ich wollte. Er nickte, brummte, sagte dann aber auch nicht mehr und folgte mir - er würde mich ja eh nicht alleine gehen lassen, in der großen Angst mich könnte plötzlich irgendetwas aus dem Schatten heraus anfallen. Aber ich hatte mich wohl nur getäuscht, wahrscheinlich suchte sich hier irgendein Betrunkener einen Platz für Ruhe und zum Ausnüchtern. Diesen Verdachte hatte ich auch als ich auf Anhieb nichts in der Dunkelheit der kleinen Seitenstraße erkennen konnte. Und erst da stoch mir sein Geruch vollkommen in die Nase. "Blake?" fragte ich und spähte in die Dunkelheit ehe ich den Braunhaarigen erkannte. Und wenn ich ehrlich sein sollte: Er sah nicht sehr... gesund oder normal aus. Er zitterte am ganzen Körper, und das sicher nicht, weil ihm kalt war, seine Augen waren leicht geweitet und seine Atmung war ziemlich aus dem Gleichgewicht geraten. Er wirkte beinahe, als... Nein... War er auf Drogen? Und konnte ein Lamia überhaupt high werden? "Hey, Blake." sprach ich ihn erneut an, bis ich seine Aufmerksamkeit hatte. "Du siehst ja gar nicht gut aus. Alles ok?" fragte ich dann weiter und spürte wie sich Rockos Muskeln in seinem Arm um mich herum anspannten. Er schien auf alles vorbereitet, hatte seinen Blick stahlhart und misstrauisch auf den Lamia gerichtet, den ich mich offensichtlich mehr Vertrauen und Offenheit ansprach. Immerhin kannten wir uns schon... etwas besser. Ja, das traf es ganz gut entschied ich für mich.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:00 pm

Blake:

Irgendwie hatte ich es schlussendlich doch in eine kleine Seitenstraße geschafft, in der ihr Geruch wenigstens nicht mehr ganz so nahe und stark war. Ich blieb stehen, versuchte mich zu beruhigen und schaffte es sogar mich ein klein wenig zu entspannen, auch wenn ich das Gefühl hatte von Innen zu verbrennen. Das Zittern, wie auch die hektischen Atemzüge blieben allerdings und verrieten meinen Zustand. Doch das würde auch bald ver... Eine nur allzu bekannte Stimme brach meine Gedanken ab und ließ mich geschockt aufsehen, erst dann folgte allmählich wieder ihr Geruch, der mir in jedem Moment den Verstand zu rauben drohte. Sie hatte mich also doch bemerkt. Kein Wunde, ihre Sinne waren im Moment wahrscheinlich nicht so benebelt, wie meine und trotzdem wollte ich es nicht wahr haben. Ich versuchte meinen Körper dazu zu zwingen sich zu bewegen, so viel Distanz zwischen mir und ihr zu bringen, wie es nur irgendwie möglich war, doch er weigerte sich schlicht. Stattdessen regten sich in mir immer mehr die Jagdinstinkte, die mich dazu zwingen wollten über die her zu fallen. Wie angewurzelt blieb ich stehen und sah den Werwölfen entgegen. Irgendwie gequält und doch provokant erwiderte ich Mirandas Blick. Ich sah, dass sie ihre Lippen bewegte, doch mein Verstand wollte ihre Worte nicht mehr zu mir vordringen lassen. Sie verklangen wie ein Echo und ergaben für mich im Moment keinen Sinn. Viel zu sehr war ich darauf konzentriert meinen inneren Kampf nicht zu verlieren. "Verschwindet." Grollte ich irgendwo in meiner Kehle. Ich war mir noch nicht einmal wirklich sicher, ob sie verstanden hatte, was ich gesagt hatte. Mein Blick zuckte zu dem stämmigeren, der ganz offenbar der Beschützer der Wölfin war. Er richtete sich auf, machte sich wohl auf alles gefasst. Ich knurrte und mein Körper spannte sich an, ehe ein provokantes Lächeln sich auf meine Lippen schlich. Zu diesem Kampf würde ich sicherlich nicht nein sagen.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:01 pm

Miranda

Ganz eindeutig. Blake war definitiv nicht nüchtern - oder wie man das bei einem Lamia auch immer nannte. Obwohl ich ihn deutlich genug, zumindest für jemanden der ganz auf der Höhe war, angesprochen hatte sah er mich nur mit einem nicht zu deutenden Gesichtsausdruck an - jedenfalls sah es so aus, als habe er nicht wirklich verstanden was ich gesagt hatte. Stattdessen baute er sich nun wieder auf, begann knurrende und grollende Geräusche von sich zu geben. Es klang so, als nuschelte er zwischendrin irgendetwas, aber das ging in seiner Kehle wieder unter. Ich sah ihn nur mit zusammengezogenen Augenbrauen zusammen. Verdammt, was zur Hölle hatte er angestellt? Oder war das sein Gesicht beim Jagen? Benahm er sich immer so? Ich konnte es nicht sagen, ich war bisher bei keiner seiner Jagden dabei gewesen - und war auch nicht scharf drauf diese Tatsache zu ändern. Als Rocko den Arm von meinen Schultern nahm, sich ebenfalls größer machte und beide ihre Blicke ineinander verankerten, wozu Blake noch ein gehäßiges und herausforderndes Grinsen hinzufügte, ahnte ich beinahe schon worin das ausarten würde. Und Rocko bewahrheitete meinen Verdacht nur eine Sekunde später, als er den ersten Schritt in Blakes Richtung tat. Auch mein Ziehen half nicht, wie hätte ich auch diesen Fleisch- und Muskelberg wegzerren können? Aber wenn das jetzt und hier in einem Kamp ausartete, dann war sowohl unser beider Geheimnis und unser verstecktes Leben mitunter den Menschen in Gefahr, wie auch der Waffenstillstand. Und mochte es jetzt im Eifer des Gefechts sein oder aus irgendeinem anderen Grund, stemmte ich mich gegen Rockos Kraft, nutzte den Moment in dem er mich ansah und seine Kraft kurz unterbrach, schuppste ihn aus der Seitengasse und tat etwas, womit Blake sicher noch weniger gerechnet hatte, da ich ihn noch Sekunden zuvor freundliche angesprochen hatte. Ich holte aus, zielte auf seine rechte Wange und schlug mit der flachen Hand zu. Es gab ein kurzes, schallendes Geräusch und ich hoffte, dass die Überraschung aus diesem Moment ausreichte, um den Lamia, wenigstens für kurze Zeit, wieder zur Besinnung zu bringen. Zwar tat es mir leid ihm eine Ohrfeige verpasst zu haben, doch irgendwo tief in meinem Unterbewusstsein fühlte sich die Aktion nach riesigem Spaß an, und das Gefühl appelierte an mich, diese Sache baldmöglichst zu wiederholen. Fragend sah ich Blake an und wartete auf seine Reaktion. Rocko hatte ich noch im Rücken, doch seiner Stille entnahm ich, dass zumindest er überrascht war, was ich eben getan hatte.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:01 pm

Blake:

Der Hüne zögerte nicht wirklich lange, bevor er den ersten Schritt auf mich zu machte.  Der Proteste der Wölfin schienen ihn dabei kaum zu interessieren, stattdessen erwiderte er wütend meinen Blick. Ich sah wie sich seine Muskeln anspannten und wie er auf die Provokationen einging. Seine erste Attacke würde wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Doch bevor es soweit kommen konnte stemmte sich Miranda abermals gegen den um einiges größeren Wolf, welcher unerwarteterweise tatsächlich einen Moment zögerte. Ein Moment, den sie sofort ausnutzte und ihn zurück stieß. Unzufrieden beobachtete ich, wie der Wolf rückwärts aus der Seitengasse taumelte. Warum musste sie sich da einmischen?! Wut stieg in mir auf, doch ich hatte keine Zeit ihr Platz zu machen. Ich sah, wie sich Miranda bewegte, doch ich war noch immer auf den Muskelberg fixiert, weshalb ich nicht genug Zeit hatte zu reagieren. Was geschehen war realisierte ich erst, als es vorbei war. Einen Moment war ich zu überrascht, um meinen Blick wieder auf sie zu richten. Ich blinzelte ein paar Mal, bevor ich mich in der Realität wieder fand und mich aufrichtete. Verwirrt sah ich die Wölfin an, beinahe so, als würde ich mich wundern wieso sie sich auf einmal vor mir materialisiert hatte. Das Zittern, wie auch der Schmerz war zwar noch immer da, doch ich hatte nicht mehr das Bedürfnis das nächste Wesen anzufallen, das mir über den Weg lief - zumindest im Moment nicht. Ich konnte nicht sagen wie lange das Zeug noch wirken würde, oder ob damit die Wirkung nun vollends verblassen würde. Unbewusst erhob ich meine Hand zu der Stelle an meinem Hals. Ich konnte die dünne Nadel beinahe noch in meiner Haut spüren. Mein Blick wanderte zu dem Typ, gegen den ich gerade noch um alles hatte kämpfen wollen. Sein Blick lag beinahe genauso erwartungsvoll auf mir, wie das seines Schützlings. Irgendwie unsicher trat ich zwei Schritte zurück. Ich wollte, dass sie aus meiner Reichweite war und dass sie aufhörte so zu riechen, denn auch wenn ich mich im Moment unter Kontrolle hatte, grub ihr Geruch die Wunde doch nur noch tiefer in meine Selbstbeherrschung, die bis eben fast gar nicht mehr vorhanden gewesen war. "Haut ab!" Wiederholte ich mein Verlangen. Auch wenn ich die Worte noch immer an zusammen gebissenen Zähnen vorbei quetschte waren sie nun verständlicher. Mein Blick zuckte misstrauisch zwischen den beiden hin und her.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:01 pm

Miranda

Ich war auf alles gefasst. Dass er mich wütend anwetterte was mir einfiel ihm eine Ohrfeige zu verpassen. Dass er mich verwirrt anstarrte und sich nicht regte. Oder, dass er mich wie eine wildgewordene Bestie in Rage anfällt und Rocko ihn erst zerpflücken muss um ihn von mir wegzubekommen. Und ehrlich gesagt wusste ich nicht, weche Reaktion er nun zeigen würde. So wie es bis jetzt aussah, eher zweitere. Er starrte mich an, richtete sich wieder auf, starrte wieder und taumelte dann langsam zurück. Wie es schien, hatte er nun zumindest wieder Kontrolle über sich - für den Moment jedenfalls. "Blake?" fragte ich wieder, als spräche ich mit einer fremden Person die mir aber doch bekannt vor kam - nur entfernt aber bekannt. Er realiserte erst mein Autauchen, ehe sich sein Blick wieder verfinsterte und erneut zu sprechen begann - dieses Mal waren seine Worte jedoch verständlicher als beim ersten Versuche, falls das ein Versuch gewesen sein sollte. Er tastete sich am Hals, während er uns anblaffte. Also hatte er doch irgendetwas genommen... oder verabreicht bekommen... Wie auch immer das Zeug in seinen Körper gelangt ist, es machte definitiv nichts Besseres aus ihm. Noch vor ein paar Sekunden wollte er erst mich anfallen und dann auch noch einen Kampf mit Rocko anzetteln - aus dem ich den Sieger nicht hätte bestimmen können. Ich runzelte die Stirn. "Na klar, sonst noch irgendwelche Wünsche?" antwortete ich ihm sarkastisch. In meinen Gedanken bahnte sich schon das Szenario an, wie Rocko sich erhob, Blake mit seinen 1,97 m schon überragte, ihn packte, ihn sich über die Schulter warf und von hier wegbrachte. Aber das würde schon alleine aus dem Grund nicht funktionieren, weil Rocko sich mit Händen und Füßen dagegen wehren würde. Und doch würde ich Blakes verdutztes Gesicht im ersten Moment nur zu gerne sehen. Wir würden ihn hier definitiv nicht zurücklassen. Vollgepumpt mit was auch immer und bereit alles und jeden anzufallen, der Blut durch seinen Körper fließen hatte. Aber er würde sich sicher nicht auf eine Diskussion ein lassen. Also musste ich ihn wohl oder übel, und wie ich es schon einmal getan hatte, dahin locken wo ich ihn haben wollte. Ich drehte mich zu Rocko um und half ihm auf. "Nimm Niccy, Mason und Sophie mit, fahr zum Rudel zurück und bring Buck mit. Ich ruf dich dann an, wo du hin musst" wisperte ich ihm zu, ehe er nickte, ging und ich mich wieder zu Blake wandte, leicht grinste und das Pflaster, absichtlich barsch, von meinem Finger abriss, an dem ich mich heute Mittag an einer Glasscherbe geschnitten hatte. Der Schnitt war so lange wie der obere Teil meines Fingers und fing aufgrund des schnellen abreißens sofort wieder an zu bluten. Ich betrachtete den Schnitt kurz, ehe ich mit den Schultern zuckte und den Lamia ansah. "Tja... du lässt mir ja nie eine Wahl. So lass ich dich sicher nicht rumrennen." bemerkte ich ihm gegenüber noch, ehe ich mich umdrehte und in Richtung seiner Wohnung zu laufen begann. Ich war mir sicher, dass er mir folgen würde, er konnte ja damals in der Nacht schon meinem Duft nicht widerstehen. Doch diesesmal lief ich bedeutend schneller, sodass er mithalten, mich aber nicht sofort erwischen würde. Immerhin war es Sinn und Zweck meiner Aktion ihn in seine Wohnung zu bekommen.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:01 pm

Blake:

Was hatte mich eigentlich schon wieder geritten zu glauben, dass sie meiner Aufforderung folge leisten würde? Allmählich sollte ich mich an ihre Sturheit gewöhnen, dass sie sich nichts sagen ließ, noch nicht einmal, wenn es dabei um ihr Wohl ging. Ihre barsche Antwort entlockte mir ein weiteres leises Knurren. Wann würde sie endlich verstehen, dass das kein Spiel war? Einen Moment lang meinte ich ein amüsiertes Lächeln in ihren Mundwinkeln zucken zu sehen, während ich, obwohl ich mich mit allem dagegen wehrte, allmählich wieder den Verstand verlor. Was hatte sie vor? Noch immer sah sie mich nachdenklich an, sie plante etwas. Vermutlich etwas, das mir nicht wirklich gefallen würde. Wäre ich nur nie hier her gekommen, hätte ich gewartet, bis die Wirkung nachgelassen hätte... doch nun war es sowieso zu spät. Ich bemerkte, wie Miranda irgendwas zu ihrem Bodyguard sagte, doch meine Sinne waren bereits wieder viel zu sehr auf die Jagd ausgerichtet, um die Worte zu verstehen. Jedenfalls nickte er nur knapp, gönnte mir noch einen letzten, irgendwie drohenden Blick und verschwand hinter der nächsten Ecke. Was hätte ich dafür gegeben, wenn sie dasselbe getan hätte? Ihre Aufmerksamkeit galt wieder ganz mir. Sie grinste. Warum? Sie sollte gehen! Jetzt!  Mein Blick änderte sich, als sie ihre Hand auf Brusthöhe erhob und mit der zweiten Hand nach der Klebestelle des Pflasters griff. Nein, du würde sie nicht... nicht... Mit einer abrupten Bewegung hatte sie sich das Pflaster von der Haut gerissen und wie hypnotisiert beobachtete ich, wie ihr dunkles Blut aus dem Schnitt sickerte. Sie sagte etwas, doch es drang abermals nicht zu mir durch, alle meine Gedanken hingen daran wie es den Schmerz und dir Gier tilgen würde, wenn ich sie packen und zu beißen konnte. Was hatte sie nur getan? Kaum mehr als eine Sekunde rang ich noch mit mir, bevor meine Jagdinstinkte gewonnen hatten und ein Grollen meine Kehle verließ. Im gleichen Moment, wie sie sich umwandte erreichte mich der süße, dunkle, intensive Geruch ihres Blutes, was mir jegliche verbliebene Selbstbeherrschung nahm und mich zu dem Tier machte, was ich in Wirklichkeit war. Blind vor Gier hetzte ich hinter ihr hier mit der Gewissheit, dass ich nicht aufgeben würde, bevor ich sie erwischt hatte.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:02 pm

Miranda

Auch wenn ich, so und als Werwölfin, eine gute Sprinterin war so hatte ich doch Mühe mir Blake soweit vom Hals zu halten. Einmal während ich rannte zweifelte ich an meiner Idee, doch die Zweifel wurden gleich wieder über Bord geworfen. Ich durfte weder Angst noch Zweifel zeigen... Nicht ich. Die Schuhe hatte ich schon gelassen als ich los gerannt war was sich nun als ausgesprochen vorteilhaft. Auch wenn es ein komisches Gefühl war mit den nackten Füßen über den Bode  zu laufen, auch wenn ich sonst nichts anderes als Werwolf tat.

Der Weg zu seiner Wohnung kam mir mehr als lange vor. Ich wusste nicht ob es daran lag, dass wir das letzte Mal gequatscht hatten oder daran, dass ich mich eventuell verlaufen hatte, wobei ich nicht hoffte, dass Zweiteres zu traf. Ich rannte noch einige Minuten, bog zweimal ab und fand mich dann in einer schmalen Sackgasse wieder. "Ok... das war definitiv nicht der richtige Weg..." murmelte ich und hörte auch schon Blakes Schritte hinter mir wie sie immer näher kamen. Den Finger steckte ich mir in den Mund, wischte ihn dann an meinem Kleid auf und versuchte so den Geruch zu dämpfen. So war das nicht geplant gewesen. Aber ich würde hier jetzt sicher nicht das ängstliche Opfer spielen. Ich würde noch einen letzten Versuch machen an ihm vorbei zu komme  und die Verfolgung zu seiner Wohnung fortzusetzen und sollte dies fehlschlagen, musste ich ihn solange beschäftigen, mich wehren bis er wieder zu Sinne  kam und mir freiwillig zu seiner Wohnung folgte.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:02 pm

Blake:

Unser Jagdspielchen ging eine ganze Weile, immer weiter entfernten wir uns aus der Innenstadt. Mehr konnte ich nicht wahr nehmen. Mein Blick war starr auf mein Ziel fixiert, während ich ihr hinterher hetzte. Der Gedanke was der Sinn hinter alldem war war schon längst irrelevant für mich geworden. Wenn sie so weiter machte würde sie verlieren. Sie hatte Mühe mich auf Abstand zu halten und trotzdem gab sie nicht auf, im Gegenteil, ich wusste nicht wie, aber wenn ich ihr zu nahe kam schaffte sie es immer wieder mich soweit wieder abzuschütteln, dass ich nicht an sie heran kam. Es war ein elendiges Spiel.

In einem der äußeren Stadtbezirke machte sie den verheerenden Fehler falsch abzubiegen, was sie allerdings erst bemerkte, als sie die hohe Wand sah, die ihr den Weg abschnitt. Mit einem siegessicheren Grinsen trat ich auf sie zu. Sie saß in der Falle, auch wenn sie das offenbar noch nicht so richtig glauben wollte ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen. Ich hatte sie gewarnt und nun musste sie den Preis dafür zahlen, dass sie nicht auf mich gehört hatte. Selbst mein derzeitiger Zustand konnte mich nicht davon abhalten sie Situation in vollen Zügen zu genießen. Sie versuchte offenbar den Geruch des Blutes, der an ihr hing, zu mindern, indem sie ihren Finger in den Mund steckte. Als ob das jetzt noch etwas helfen würde. Inzwischen trennte und kaum mehr einen Meter, ein Meter der mich von ihrem Blut trennte. Ein hämisches Lächeln entblößte meinen Fangzähne während ich meine rechte Hand an ihre Kehle legte. "Du hast schon wieder verloren, Wolf." Verkündete ich triumphierend, wollte mich gerade zu ihr vor beugen, ihr meine Fänge in den Hals graben, als ein weiterer, bekannter Geruch meine Aufmerksamkeit erregte. Reflexartig zog ich die Wölfin mit mir auf die Knie, ehe die Kugel dumpf auf der Steinwand auftraf, wo wir gerade noch gestanden waren. Mit einem Zischen richtete ich mich wieder auf und blickte dem Mann entgegen. Es bestand kein Zweifel: es war der Typ den Riley und Alex mitgenommen hatten. Wie hatte er entkommen können? Was war passiert? Sien Angriff war offensichtlich komplett planlos gewesen, er hatte lediglich darauf gehofft einen von uns zu erwischen, denn kaum hatte er unsere Aufmerksamkeit rannte er in eine andere Richtung davon. Ich schnaubte verächtlich, folgte ihm aber nicht. Eigentlich sollte ich ihm sogar dankbar sein, oder nein, viel mehr sollte Miranda ihm dankbar sein, immerhin hatte er sie gerettet. Ich funkelte die Wölfin noch kurz böse an, ehe ich mich schroff abwandte und die Gasse verließ. Glücklicherweise war mein Orientierungssinn nicht so schlecht wie ihrer, denn ich brauchte nicht sehr lange um zu wissen wo ich war.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:02 pm

Miranda

Der Trotz, den ich bis eben noch empfunden hatte, schlug nun, je näher Blake kam, in unbändige Wut um. Er hatte recht. Sein selbstgefälliges Grinsen überraschte mich schon fast. Scheinbar konnte er klar genug denken um sich noch zu freuen, dass ich ihm, und dieses Mal scheinbar endgültig, in die Falle gegangen war. Und genau dagegen richtete sich meine Wut. Ich wusste nicht, wieso ich zuließ, dass er mich überhaupt berührte und seine Zähne praktisch schon in meinem Hals hatte. Ein leichtes Knurre stieg mir die Kehle hinauf, erstarb aber gleich wieder, als Blake mich ruckartig mit nach unten zog, sodass ich ins Taumeln geriet und mir kurz Schwarz vor Auge  wurde, sodass ich nur eine verschwommene Scheme erkannte, welche aber wohl offensichtlich für den Schuss eben verantwortlich war. Und als Blake sich umwandte und die Seitengasse verließ übermannte meine Wut mich. Das Kleid wurde in Fetzen gerissen und mehr als aggressiv stürzte ich aus der Seitengasse heraus, erfasste den Geruch des Mannes und rannte ihm nach. Er schien ziemlich durch den Wind, denn ich konnte seine Nervosität beinahe riechen. Blake schien ihn kurz erkannt zu haben, doch da konnte ich mich auch täuschen. Aber diese Labalie war jetzt sowieso nur Nebensache. Als der Mann merkte, dass er verfolgt wurde, drehte er sich zu mir um und feuerte erneut zwei Schüsse ab, einer streifte mich nur und der Zweite ging komplett daneben, ehe er wieder abdrückte die Waffe aber nur klickte, was ein leeres Magazin hieß. Er warf die Waffe weg, jedoch hatte ich schon zum Sprung angesetzt und ihn zu Boden gerissen. Eigentlich sollte ich mich ja bei ihm bedanken. Stattdessen hatte er nun das Unglück Opfer meiner Wut zu werden. Ich brachte ihn vielleicht hundert Meter von der Seitengasse zu Fall und nagelte ihn dort dann auch fest. Mit einem Knurren stand ich nun auf seinem Rücken, sah ihn an als wolle ich ihm jeden Moment von hinten das Licht ausknipsen. Er fluchte, warf mir diverse Beleidigungen an den Kopf, aber das ging alles an mir vorbei. Mein jetztiger Zustand erinnerte eher an den während meiner Jagden.
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Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:02 pm

Blake:

Das Reißen von Kleidung und ihr lautstarkes Knurren erregten nochmals meine Aufmerksamkeit, ehe sie an mir vorbei sprintete, in dieselbe Richtung in der auch der Typ verschwunden war. Leise fluchte ich. Alleine hätte er sich niemals befreien können, er hätte keine Chance gegen Riley und Alex gehabt, er musste also Verstärkung haben und Miranda war allem Anschein nach drauf und dran ihnen direkt in die Falle zu laufen. Ich bezweifelte, dass sie mit weiteren Feinden rechnete. Ich wollte ihr nicht folgen, ich war froh, dass ihr Geruch dabei war zu verfliegen und der Schmerz sich so langsam zusammen zog und sich auf ein erträgliches Maß senkte, doch ich konnte sie wohl kaum ihrem Schicksal überlassen. Sie waren hinter der nächsten Häuserecke verschwunden und wahrscheinlich hatte die Wölfin den Mann bereits unter sich gefangen, wenn nicht schon den Kopf abgerissen, so wütend wie sie gewirkt hatte. Missmutig verzog ich das Gesicht, folgte dann aber der Spur, die sie hinterlassen hatte.
In einem sicheren Abstand von etwa drei Meter blieb ich stehen und sah zu, wie Miranda drauf und dran war ihren Hass auszuleben. Es brauchte einen Moment, ehe ich meinen Blick wieder von ihr lösen konnte und mein Blick über die Schatten schweiften. Dadurch, dass sie Menschen waren, war unser übermenschlicher Geruchssinn so gut wie nutzlos. Überall hing dieser Geruch und erschwerte es die richtige Fährte zu finden. Doch auch nach mehreren Sekunden rührte sich nichts, wie ich etwas überrascht feststellte. Hatte er es tatsächlich gewagt uns alleine anzugreifen? Eine sehr dumme Entscheidung. Ich trat ein paar Schritte zurück, ließ den Wolf allerdings nicht aus den Augen. Wegen mir konnte sie ihn umbringen, oder in der Luft zerreißen. Mir war alles Recht und auch wenn der eigentliche Plan gewesen war ihn gefangen zu nehmen, so war dieser hiermit über Bord geworfen. Die Witterung nach Blut würde zwar wieder die Gier anfachen, doch das war es definitiv wert.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:06 pm

Miranda

Ich wusste nicht genau was mich davon abhielt dem Kerl, welcher noch immer unter mir zappelte es aber mittlerweile mit der Angst zu tun bekomme  hatte und zitterte wie Espenlaub, meine Zähne in den Nacken zu graben, seine Knochen zu brechen und seinem Leben ein Ende zu bereiten, wie er es eben mit Blakes und meinem Leben vorgehabt hatte... Ach ja, Blake. Er war nicht verschwunden, ich konnte ihn immer noch riechen. War es um ihm nicht noch mehr Genugtuung zu verschaffen? Oder weil Menschen eigentlich schon immer mehr von uns als Objekt des Schutzes als als Beute angesehen wurden? Man konnte jetzt sicher lachen, aber wir Werwölfe hatten uns immer die größtmögliche Mühe gegeben Menschen davor zu bewahren als Mahlzeit der Lamia und Vampire zu enden. Ob es nun einer der beiden genannten oder doch ein völlig anderer war wusste ich nicht, jedenfalls verwandelte ich mich zurück, verpasste dem Kerl einen ordentlichen Schlag, der seine Nase zum Bluten brachte und ihn ohnmächtig werden ließ, ehe ich ihn hinter mir her schleifte. Vorbei an Blake. Ich würdigte ihn keines Blickes mehr, viel zu sehr tobte noch die Wut, dass ich mich zum zweiten Mal von ihm ins Boxhorn hatte jagen lassen, und schleifte den bewusstlosen Mann nun in die richtige Richtung: zu Blakes Wohnung wo mich die Anderen abholen würden. Zwar würden sie Blake nicht mit antreffen, aber der Mann hier war ein ganz netter Ersatz. So konnten wir wenigstens herausfinden wer sie waren und was sie vor hatten - wenn er nicht Selbstmord beging oder durch einen Herzinfarkt vor Angst gestorben war.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:06 pm

Blake

Mirandas Zögern ließ mich meine Mundwinkel unwillig nach unten ziehen. Sie hatte gar nicht vor dem Typen den Gar auszumachen, was hatte ich auch erwartet? Ein Lamia hätte wohl kaum gezögert, vielleicht weil wir so viel öfter so viel näher an dem Tod dran waren, doch sie war ein Werwolf und ein halber dazu. Dass sie nicht zu biss hätte mich eigentlich nicht wundern sollen und doch wäre der Anblick sehr interessant gewesen, immerhin gelten die Wölfe unter den Lamia und Vampiren als Beschützer der Menschen, wie sie es hier gerade demonstrierte. Anstatt zuzubeißen verwandelte sie sich zurück und versetzte dem Typen einen ordentlichen Schlag, so dass dieser sich nicht mehr rührte. Ein leichter Windzug trug den Blutgeruch, wie auch den Geruch der Wölfin zu mir hinüber und mit einem Mal krallte sich wieder die Gier schmerzhaft in meinen Körper, doch ich hatte genug Kontrolle, um nicht wieder dem Tier in mir zu verfallen. Flach sog ich die Luft in meine Lungen, wären Miranda auf mich zu ging. Den Typen hatte sich schlichtweg am Handgelenk gepackt und schleifte ihn so hinter sich her. Alles an ihrer Haltung sagte mir, dass ihr etwas nicht passte und sie mehr, als sauer war. Sie sah mich nicht mal an, als sie an mir vorbei lief, doch ich würde nicht einfach mit dem Typen verschwinden lassen, nicht bevor ich wusste, was mit Riley und Alex passiert war. Bestimmt packte ich sie am Handgelenk und zog sie etwas zurück, so dass sie  zu mir her sah. "Den übernehme ich." In meiner Stimme schwang immer noch dieses gefährliche Grollen mit, teils aus Hass, teils aus Frustration und teils, weil mich der Geruch, der hier überall in der Luft hing, dazu zwang. Ich spürte meine viel zu langen Eckzähne hinter meinen Lippen, doch ich gab mir alle Mühe, sie der Wölfin nicht allzu offensichtlich zu präsentieren. Misstrauisch suchte ich in ihrem Gesicht nach Anzeichen des Protestes oder anderen Reaktionen. Im Moment wollte ich es auch nicht ausschließen, dass sie sich jetzt gleich verwandelte, sie schien doch ziemlich aufgekratzt. Ich versuchte meinen Atem zu kontrollieren und das Zittern so weit wie möglich zu dämpfen, um ihr nicht zu zeigen, was sie noch immer in mir Auslöste.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:06 pm

Miranda

Ich schnaubte noch immer und die Tatsache, dass ich seine Schritte hinter mir hören konnte, was nur bedeuten konnte, dass er mir hinterher lief, machte die Sache nicht gerade besser. Jedoch war der Gedanke, dass er mir hinterher ging doch ganz lustig. Aber zum Lachen war mir momentan absolut nicht - nicht mal bei solch einem amüsanten Gedanken. Ich konnte mich nicht erinnern, jemals dermaßen auf der Palme gewesen zu sein. Als er mich jedoch beim Handgelenk packte, mich festhielt und zu sich drehte, flog mir beinahe der Hut weg. Was bildete er sich ein? Ich war doch keiner seine kleinen Handlanger, die er herumkommandieren konnte wie es ihm gerade passte. Ich blickte ihn aus zusammengekniffenen Augen aus an, musterte dann kurz seine Hand, welche mein Gelenk festhielt und entriss mich dann seinem Griff - oder versuchte es zumindest. Als er mich nicht losließ, entließ ich den Mann aus meinem Griff, woraufhin dieser mit einem leisen, dumpfen Geräusch auf dem Asphalt aufkam. Ich jedoch ging auf ihn zu, bis ich vor seiner Brust stand. "So. Und was willst du tun, wenn ich ihn dir nicht überlasse, hm? Wieder überschnappen, mich packen und wie eine Saftüte austrinken? Oder willst du ihn mir gewaltsam wegnehmen? Ich komm auch ganz gut ohne dich zurecht, war bisher auch so. Und er wird dir jetzt auf der Stelle sowieso nichts sagen können. Also lass mich los" zischte ich ihm entgegen, wobei das Knurren und Grollen in meiner Kehle zu hören war. Durch seine Berührung konnte ich jedoch spüren, dass er noch immer zitterte und noch in Jagdstimmung und Erregung zu sein schien. Demonstrativ packte ich den Kerl wieder am Handgelenk und zeigte ihm so, dass er mir schon de  Arm abbeißen oder mich mit tragen musste um ihn zu bekommen. Und ich glaubte weder an die eine no h die andere Möglichkeit.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:06 pm

´Blake:

Ihr Blick entgegnete meinem nur kurz etwas verwundert, ehe er schlagartig wechselte und sie mich beinahe hasserfüllt ansah. Ich allerdings hatte nicht vor mich in irgendeiner Weise einschüchtern zu lassen, auch nicht von einem aufgebrachten Halbwolf. Sie tat beinahe so, als wäre sie die Einzige an diesem Abend gewesen, die einiges hatte wegstecken müssen. Ihr Blick wanderte zu meiner Hand, ehe sie versuchte sie los zu reißen. Dachte sie wirklich so würde sie von mir los kommen? Natürlich hielt ich ihr Handgelenk noch immer umklammert, wusste nun aber wenigstens, dass es mit Mirandas Kooperationsbereitschaft vorbei war. Ein dumpfer Aufschlag verkündete, dass sie den Typen auf den Boden hatte fallen lassen und sie ging mit einer gefährlichen Ausstrahlung auf mich zu, bis uns nur noch ein paar Zentimeter trennten. Ihr Blick lag immer noch wütend auf mir, ehe sie mir so einige Sachen entgegen warf. Einen Moment zuckte mein Blick zu dem Typen am Boden, ehe ich wieder zu der Wölfin sah und leise knurrte. Bei jedem anderen hätte ich dieses Angebot liebend gern angenommen und es auf die harte Weise versucht, was in meinem Momentanen Zustand sogar noch von meinen Instinkten verstärkt wurde, doch ich wollte es nicht. Ich wollte ihr nicht in einem Kampf entgegen stehen, nicht wenn ich es verhindern konnte, auch wenn ich nicht genau sagen konnte weshalb. Als sie dann auch noch wieder den Arm des Mannes packte musterte ich sie abermals, doch sie würde nicht mit sich reden lassen. "Na schön..." zischte ich ihr entgegen und schob sie etwas von mir. Mein Blick lag noch kurz auf dem Mann, ehe ich mich schroff abwandte. Auch wenn die Droge allmählich begann statt meine Gier zu schüren, an meinen Kräften zu zehren, beschloss ich, dass ich zumindest versuchen würde herauszufinden, was passiert war, wo die zwei anderen waren. Ich lief in Richtung Hauptstraße und von dort aus würde ich zurück zu diesem Club gehen und mein Auto holen. Vielleicht würde ich auf dem Weg ja schon etwas finden.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:06 pm

Miranda

Eine kurze Pause entstand zwischen uns beiden, in der er noch mein Handgelenk und ich das des Mannes festhielt. Perfekt um mir weiteren Konter zu überlegen, was er aber vollkommen überflüssig machte, indem er sich, zumindest ein Stück, entspannte und so signalisierte, dass er sich zurückzog. Ich riss mich dann endgültig von ihm los, jedoch nicht ohne ihm einen kleinen Kratzer, möglichst unbemerkt, zuzufügen, sodass etwas Haut und  Blut unter meinen Nägeln hängen blieb. Da hatte sich die Maniküre doch gelohnt und ich hoffte, dass Buck das reichen würde. So konnte er vielleicht herausfinden, was mit Blake los war. Während er sich entfernte, nahm ich das Handgelenk des Kerls wieder richtig auf und wanderte dann weiter -  un endlich in die richtige Richtung.

Als ich ankam waren Buck und Rocko schon da, der weiße Geländewagen von Rocko blitzte sofort aus der Dunkelheit heraus. "Also... wo ist der Lamia von dem Rocko mir erzählt hat? Und wer ist der arme Menschenmann, denn du da grimmig hinter dir herschleifst?" fragte mich der alte Mann mit leicht kratziger Stimme, die sein Alter vielleicht ein Stück weit mehr verriet. Ich seufzte, gab Rocko de  Kerl und seufzte. Entschuldige Buck, aber es gab... einige Komplikationen. Er ist mir wortwörtlich davon gelaufen. Aber ich könnte dir das hier anbieten, mehr konnte ich nicht mitbringen" und hielt ihm meine mittlerweile unter den Rändern rotgefärbten Nägel hin. Er nahm meine linke Hand und begutachtete das Bisschen, das ich ihm anbot. Er jedoch winkte dann ab. "Das reicht vollkommen für einen Testlauf. Für die Zukunft weiß ich ja dann, was ich benutzen muss" erwiderte er während er sein gesamtes Equipment praktisch aus dem nichts zauberte, man glaubt kaum was alles in solche Ledertaschen reinpasst, und begann diverse, verschiedenfarbige Flüssigkeiten zu Blakes Haut und dem Blut hinzuzugeben. Einige dampften, andere änderten ihre Farbe und manche reagierten gar nicht. Nach ei er geschlagenen dreiviertel Stunde schien er endlich die ri htige Zusammensetzung gefunden zu haben. Er goss sie in eine Phiole und verschloss diese mit einem Stöpsel, ehe er sie einpacken wollte. "Ähhh, weißt du was? Ich geb sie ihm am besten. Wir... kennen uns schon und er wird es bestimmt  nehmen, wenn ich ihm den Zweck erkläre" meinte ich, ehe er mich eingehend musterte und mir dann das Glasfläschchen mit der violett-dunkelblauen Flüssigkeit gab, begann einzupacken und Rocko währenddessen den Kerl auf der Rücksitzbank zu deponieren. "Und falls Dad sich Sorgen macht, sagt ihm er kann ruhig jemanden schicken der mich holt" fügte ich noch hinzu ehe beide sich verabschiedeten und dann losfuhren. Ich seufzte noch einmal, ehe ich den Hausflur betrat, das richtige Stockerk aufsuchte und, in der Hoffnung es wäre offen, an der Türklinke rüttelte. Dem war aber nicht so, Blake war wohl vorsichtiger geworden. Dann blieb mir wohl nichts Anderes übrig als hier auf ihn zu warten. Also schob ich mir den Fußabtreter in die Ecke, setze mich darauf und starrte dann angelehnt in die Dunkelheit, wartend auf den Lamia. Irgendwann zog es mir dann aber doch die Augen zu - der Abend war ziemlich anstrengend gewesen.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:07 pm

Blake:

Der Weg zurück zog sich hin. Waren wir wirklich so weit gelaufen? Ich konnte mich nur noch an ein paar schemenhafte Bilder während unserer Verfolgung erinnern, jedoch an keine Details. Ich wusste noch nicht einmal welchen Weg wir genommen hatten, um in der Sackgasse zu landen. Ich hasste mich dafür. Ich wollte mich dieser Natur nicht hingeben, ich wollte wissen was ich tat und das zu jeder Zeit und nicht in eine solche Trance fallen, wie zuvor. Inzwischen hatten sich zu dem Zittern noch stechende Kopfschmerzen dazugesellt, ganz abgesehen von der Schwäche, die diese verdammte Droge bei mir hinterlassen hatte. Wenn der Wind den Geruch eines Menschen zu mir trug zog sich etwas in mir zusammen und verlangte nach dessen Blut, doch ich wusste ja bereits, dass es den Schmerz nicht tilgen würde, weshalb ich mich jedes Mal weigerte nachzugeben. Irgendwo auf halbem Weg hing Brandgeruch in der Luft und ich meinte bereits, dass der Himmel etwas heller geworden war. Vermutlich würde es nicht mehr allzu lange gehen, bis die Sonne auf ging und dieser Nacht endlich ein Ende bereitete.

Endlich am Auto angekommen setzte ich mich hinters Steuer und versuchte mich nochmals zu sammeln, doch der Schmerz und das Brennen verlangten ihren Tribut und ließen es kaum zu, dass ich mehr als nur einen klaren Gedanken fassen konnte. In diesem Zustand war es wahrscheinlich ziemlich sinnlos die Suche nach den beiden zu starten, auch wenn ich wusste, dass etwas nicht stimmte. Ihre Handys reagierten nicht einmal mit einem Besetztzeichen auf meinen Anruf, was darauf schließen ließ, dass sie entweder keinen Empfang hatten, aus waren - was zumindest bei Riley nie der Fall war - oder kaputt waren. Resigniert seufzte ich. Und außerdem hatte die Wölfin meinen einzigen Anhaltspunkt annektiert und für mich somit so ziemlich unerreichbar gemacht. Laut heulte der Motor auf, als ich aufs Gas trat und los fuhr.

Ich war fast den ganzen Weg, den ich zu Fuß gegangen war, wieder zurück gefahren. Wohin hatte sie mich locken wollen? Oder war sie einfach nur ziellos durch die Stadt gerannt, was die Sackgasse erklären würde? Letztendlich war es nun ja egal. So wie sich das angehört war war unsere Kooperationszeit so oder so vorbei. 'Ich komm auch ganz gut ohne dich zurecht, war bisher auch so.' Ihre Stimme hallte dumpf in meinem Kopf wieder, ich maß ihr im Moment allerdings keine Bedeutung zu, dazu fehlte mir im Moment jeder Nerv.
Das Auto stellte ich schlicht in der Auffahrt ab. Ich machte mir nicht einmal mehr die Mühe es in die Garage zu stellen. Angespannt und müde schleppte ich mich daraufhin die Treppen hoch. Der Wolfsgeruch, der irgendwie noch in der Luft hing, war mir zwar aufgefallen, doch da ich keinen hatte sehen können war wohl auch keiner hier. Sie stellten im Moment sowieso keine Bedrohung da, weshalb ich keinen weiteren Gedanken daran verschwendete. Ich hatte schon den Schlüssel gezückt und ging gerade die letzte Stufe nach oben, ehe ich auf dieser wie angewurzelt stehen blieb und sie ansah. Spielte jetzt schon mein Verstand Spielchen mit mir? Das war sie doch nicht wirklich... oder? Es vergingen wohl mehrere Sekunden, ehe ich mich wieder soweit gefasst hatte, dass ich auf sie zu ging und vor ihr in die Knie ging, doch sie löste sich nicht wie ein Trugbild auf. Ihre langsamen Atemzüge verrieten mir dafür, dass sie schlief und ihr Temperament zumindest jetzt nicht ausspielen konnte, für das sie, so dachte ich zumindest, hier war. Ich schüttelte leicht den Kopf und schloss die Tür leicht zitternd auf, ehe ich sie auf die Arme nahm. Ihre unmittelbare Nähe rief kurz all das zurück, was ich den ganzen Abend gefühlt hatte und meine Beine hätten beinahe unter mir nachgegeben. Ich schaffte es allerdings sie durch die Tür in das Schlafzimmer zu tragen, wo ich sie dann auch recht schnell auf das Bett legte. Ich zögerte nicht, ehe ich dieses wieder verließ und die Tür hinter mir zu zog. Desto weniger ich von ihr roch, desto besser, meine Fangzähne waren bereits jetzt wieder gut sichtbar hinter meinen Lippen. Ich machte mir nicht mehr viel Mühe, zog nur noch Jacke, wie auch Schuhe aus, ehe ich mich auf das Sofa fallen ließ und mich leicht zusammen kauerte. Kurz darauf war ich bereits weg getreten, Schlaf oder Ohnmacht, ich wusste es nicht so genau und es war mir auch ziemlich egal.
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Re: The Wolf and the Vampire - Archiv

Beitrag  Drachi am Do Jun 13, 2013 10:07 pm

Miranda

Ich weiß nicht ob mein Schlaf so fest war, aber ich merkte weder ob jemand anderes durch das Treppenhaus ging, und mich dort liegen sah, noch spürte ich die Kälte. Ich sah eigentlich nur meinen Traum - von dem ich, wenn ich am nächsten Morgen auch nur die Hälfte wusste, sicher nichts erzählen würde. Dementsprechend spürte ich auch nicht die Hände, die mich hoch gehoben hatten und wusste so auch nicht zu wem sie gehörten. Ich roch nur noch diesen stechenden, aber nicht mehr allzu unangenehmen Geruch und wachte in folgedessen auf - natürlich in Blakes Bett. Er hatte mich also nicht nur im wachen Zustand, sondern auch schlafend überrumpelt. Innerlich verfluchte ich mich für den gutmütigen Gedanken, ihm das Gegengift gleich geben zu wollen und so überhaupt in diese Situation geraten war. Schnaufend war ich die Bettdecke beiseite, entschied mich anzuziehen, damit ich gleich gehen konnte, bevor ich ihm das kleine Fläschchen übergeben würde. Leise, um ihn nicht zu benachrichtigen, dass ich wach war, wühlte ich mich durch den Schrank, fand aber nur ein T-Shirt das mir passte. Die ganzen anderen Hosen waren viel zu weit und soetwas wie Gürtel schien diese Lamia nicht zu besitzen. Bei dieser Erkenntnis stellte ich mir die Frage, ob Lamia ab- oder zunahmen und soetwas überhaupt brauchten. Also angelte ich nach einer seiner Boxershorts, farblich passend zu dem weiß-grauen Shirt, und entschied mich diese als kurze Hose zu tragen - wenn sich schon keine lange in meiner Größe finden ließ. Auf leisen Sohlen tappste ich durch die Wohnung, umging diesesmal die Stelle am Fußboden an der eine Diele locker war und Geräusche machte, ehe ich ins Wohnzimmer spähte. Erst jetzt stellte ich fest, dass es in der Wohnung totenstill war, kein Radio, keine Stimmen, kein Fernseher. War Blake überhaupt da? Doch diese Frage hatte sich erledigt, als ich den Braunhaarigen friedlich auf dem Sofa schlafen sah. In diesem Zustand konnte man sogar beinahe meinen, er wäre ein normaler Mensch: Entspannte Gesichtszüge, regelmäßiger Atem und gelegentlich ein kleines Schnarchen. Fasziniert und leicht grinsend beobachtete ich ihn vom Türrahmen aus, ehe ich auf ihn zu schlich. den Stöpsel mit einem kaum hörbaren 'Plopp' löste und ihn an seinen Mund ansetzte, wobei die leicht hervorstehenden Eckzähne eine Hürde bildeten. Ich konnte nur beten, dass er einen festen Schlaf besaß und erst aufwachte, wenn sich die dunkle Flüssigkeit den Weg seinen Hals hinunter befand. Und tatsächlich. Irgendwie schaffte ich es ihm die dreiviertel volle Phiole einzuflößen. Und jetzt hieß es warten. Warten wie er reagieren würde, wenn er aufwachte. Buck konnte mir nicht genau sagen wie das Gegengift wirken würde, ob er nun Schweißausbrüche, oder Ragezustände oder ähnliches bekommen würde. Nur, dass es das Gift, oder besser gesagt die Droge, aus seinem Körper befördern würde und, dass er danach Blut brauchen würde. Noch ein Grund hierzubleiben, auch wenn ich lieber gegangen wäre, ich wusste ja nicht ob er zur Fressmaschine mutierte und draußen den nächstbesten Passanten anfallen würde. Kontrolle hatte er, das hatte ich letzte Nacht mitbekommen, aber wie war es, wenn er nicht nur von der Gier, sondern auch noch zusätzlich vom Hunger geleitet wurde? Leise seufzend schlich ich ins Bad und stellte mich dort unter die Dusche. Irgendwie kam ich mir im Moment wie eine Babyitterin vor - eine Babysittern für ein übergroßes Baby.
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